Rückblick: Stammtisch am 1. April 2026

Beim letzten Stammtisch von Aktiv für Meschenich stand ein Thema im Mittelpunkt, das viele im Alltag direkt betrifft: Müll im Stadtteil. Als Gast war der Betriebshofleiter der AWB Köln aus der Alteburger Straße vor Ort und brachte Einblicke aus der Praxis mit.
Eine Erkenntnis hat viele überrascht: Mehr Mülleimer führen nicht automatisch zu weniger Müll im öffentlichen Raum – im Gegenteil, oft steigt die Müllmenge sogar. Der Grund liegt auf der Hand, ist aber unbequem: Öffentliche Abfallbehälter werden immer wieder zweckentfremdet und für Hausmüll genutzt. Genau das passiert auch in Meschenich regelmäßig. Das Problem ist also nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern vor allem des Umgangs damit.
Trotz dieser ernüchternden Einsicht gibt es konkrete Fortschritte. Ein wichtiger Schritt: An allen Bushaltestellen in Meschenich sollen künftig Mülleimer installiert werden. Das ist ein klares Signal, dass die AWB auf die Situation reagiert und gezielt nachbessert. Gleichzeitig lebt dieses Vorhaben von der Mithilfe der Anwohnerinnen und Anwohner. Fehlt an einer Haltestelle noch ein Mülleimer, kann uns das gemeldet werden – direkte Rückmeldungen helfen, Lücken schnell zu schließen.
Zusätzlich startet ein dreimonatiger Test bis Ende Juni entlang der Alten Brühler Straße. Dort wird künftig wöchentlich Müll eingesammelt, um belastbare Daten zur tatsächlichen Verschmutzung zu gewinnen. Die Ergebnisse werden anschließend an die Bezirksverwaltung weitergegeben und sollen als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen.
Wie dringend das Thema ist, zeigte sich bereits bei einer Aufräum-Aktion Ende März: Vier Mitarbeitende der AWB Köln sammelten rund vier Tonnen Müll ein – darunter 75 Autoreifen und mehrere Elektrogeräte. Zahlen, die deutlich machen, dass es sich nicht um vereinzelte Ausnahmen handelt, sondern um ein strukturelles Problem.
Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Mülleimer allein lösen das Problem nicht. Es braucht ein Umdenken im Alltag, mehr Verantwortungsbewusstsein und gemeinsames Engagement. Der offene Austausch mit den 16 Teilnehmenden hat gezeigt, dass der Wille zur Veränderung da ist. Jetzt kommt es darauf an, diesen auch in konkretes Handeln zu übersetzen.
Welche Ideen hast Du, um die Situation in Meschenich nachhaltig zu verbessern?
